Peter Zoller & Elisabeth Saumwald

„Wir haben viel gelernt. Über unsere Reben. Und über uns.“

Weinakademiker Peter Zoller und seine Frau Elisabeth Saumwald unternahmen 2003 ein unwahrscheinliches Wagnis. Sie begannen, in Nordtirol Wein anzubauen. Ihre 1,8 Hektar großen Weinberge liegen in Haiming, am Eingang des Ötztals. Dort ragt der Tschirgant schier senkrecht über 1.000 Meter nach oben und fungiert als natürlicher Wärmespeicher. Das Risiko hat sich gelohnt. Der Ötztaler Wein gedeiht – und wird immer besser.

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Ötztal, Haiming, Weinbau Zoller-Saumwald, Wein, Sommer, Weinrebe


„Fragen uns die Menschen: Wie geht’s Euch? Dann ertappen wir uns dabei, wie wir an unsere Reben denken. Es ist schon eine intensive Verbindung. Heuer können wir wieder sagen: Sehr gut, danke! Denn es war ein guter Sommer für die Reben. Das wird ein tolles Weinjahr für Nordtirol.

 

Wir betreiben unseren Weinanbau nicht aus finanziellen Motiven. Aus unserem Hobby haben wir eine Leidenschaft gemacht, die wir mit Menschen teilen können. Das ist wunderschön und befriedigend. Wir haben 1,8 Hektar, das ist für uns die optimale Größe, um das, was wir lieben, mit Ruhe und Begeisterung zu zweit zu betreiben. So fordern uns unsere Weingärten, aber sie fördern uns auch.

 

Es ist eine schöne Beschäftigung. Meist geht man bei schönem Wetter durch die Reben, begleitet und unterstützt sie dabei, gut über das Jahr zu kommen. Eine kontemplative, meditative Arbeit. Abends verspürt man eine angenehme körperliche Müdigkeit, aber der Geist ist ganz frisch und wach.

 

Über die Jahre haben wir viel gelernt – über unsere Reben und über uns. Es klingt fast ein wenig, als würde man über Kinder sprechen, oder? Wir haben auch wunderbare Gespräche im Weingarten. Viele kennen das: Wenn man spazieren geht, redet es sich manchmal einfacher, als wenn man sich gegenübersitzt. Es macht eben was mit dir, wenn du viel Zeit draußen verbringst.

 

Gerade dieser Sommer hat uns gezeigt, wie wichtig Begegnungen sind. Wir hatten einige Verkostungen, wo sich Freunde nach längerer Zeit wiedergetroffen haben. Bald wurde es trotz Distanz herzlich. Auch für uns ist es schön, wenn unser Platz belebt ist. Ohne Menschen hat er nicht die gleiche Energie.

 

Die Erntezeit ist etwas ganz Besonderes. Unsere Erntehelfer-Gemeinschaft ist kunterbunt. Wir haben einen Kirchenchor, der während des Erntens singt. Oder einen Rafter, der mal zufällig vorbeikam und eine Woche später mit vier internationalen Arbeitskollegen parat stand. Nach dem Einholen der Trauben sitzen wir immer beisammen bei Suppe, Musik und Wein. Es ist dieser Wechsel aus Anspannen und Entspannen und die Gemeinschaft, die wir alle genießen.“

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