Granatrote Vitaminbomben

Einfach & vitaminbombensicher

„Granten“ heißen die Preiselbeeren im Ötztal und in ganz Tirol. Die rundum gesunden Wildfrüchte werden zu Saft oder Sirup, Likör oder Schnaps verarbeitet. Und natürlich auch zu Marmelade. Annemarie Ennemoser aus Längenfeld weiht dich ein in die Heilkräfte der Beeren und verrät dir das Rezept für ihre Grantenmarmelade. Es ist ganz einfach und gelingt vitaminbombensicher!

On top im Wildfrüchte-Ranking

Die Preiselbeeren mögen sonnige Lagen auf Bergheiden und im alpinen Zwergstrauchgestrüpp. Die Ötztaler Alpen sind ein idealer Lebensraum, du findest sie dort ab Höhen von 1.400 bis 1.500 m bis zur Baumgrenze. Die liegt im Ötztal mancherorts über 2.000 m.

Und so findet Annemarie Ennemoser denn auch den ganzen Spätsommer und Herbst lang ergiebige Sammelreviere. „ Ich fange im September zuhause in der Talmitte an zu klauben und gehe im Oktober noch ein paarmal ganz hoch hinauf, zum Beispiel nach Sölden am Talschluss“, erzählt sie.

 

Geballte Vitaminladung

Benzoe-, Ascorbin- und Salicylsäure geben den Preiselbeeren ihren charakteristischen Geschmack. Sie sorgen dafür, dass Säfte oder Marmeladen ohne chemische Konservierungsmittel haltbar bleiben. Ascorbinsäure wirkt außerdem antioxidativ. Neben Vitamin C enthalten die Früchte noch die Vitamine A, B1, B2 und B3 sowie Kalium, Calcium und Magnesium.

Rezept für 1 kg Grantenmarmelade

Zutaten:

  • 1 kg Preiselbeeren
  • 0,5 l Wasser
  • 700 – 800 g Zucker

Zubereitung:
Die Beeren mit Wasser und Zucker mischen. Die Mischung ein paar Stunden ziehen lassen. 20 Minuten auf kleiner Flamme kochen und danach sofort in Gläser mit Schraubverschluss füllen.

Annemaries Tipp:
Gläser und Schraubdeckel mit kochend heißem Wasser reinigen, damit sie steril werden. Beim Einfüllen Marmeladenreste an den Rändern mit Papier von der Küchenrolle oder einem sauberen Tuch abwischen. Die Gläser sofort nach dem Befüllen mit den Schraubverschlüssen sorgfältig verschließen.

Ötztaler Wunderelixier

Schon ok, dass die Ahnfrau der Kräutermedizin, die Äbtissin Hildegard von Bingen, bereits im 12. Jahrhundert die Preiselbeere als Heilmittel empfohlen hat. Aber auch im Ötztal reicht ihre Tradition als Hausmittel gegen Blasenleiden, Fieber und Erkältungen weit in die Vergangenheit zurück.

„Bei uns gilt das ‚Grantensaftle’, auch ‚Grantenwasser’ genannt, seit jeher als das Gesündeste vom Gesunden“, sagt Annemarie Ennemoser. Die klassischen Ötztaler Zutaten fürs heilkräftige „Saftle“ sind 2 bis 3 Esslöffel Preiselbeermarmelade, in einem Glas Wasser aufgelöst. Annemaries moderne Version ist selbst gemachter Preiselbeersirup aus dem Entsafter. „Mit diesem ‚Grantensaftle’ kuriere ich in meiner Familie erfolgreich alle, die Halsweh haben“, berichtet sie.

Vielseitige Geschmacksbombe

Ob als Saft oder als Marmelade – die köstlichen „Granten“ gehören außer in die Ötztaler Hausapotheke selbstverständlich auch auf den Tisch. Annemarie mischt ihre Preiselbeermarmelade in die Schlagsahne und den Joghurt.

Sie serviert sie zum Schnitzel, zu Wild oder zu den schmalzgebackenen Tiroler „Ziachkiachln“. Sie bestreicht damit Biskuitroulade oder Palatschinken.

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